
- 01VorwortAusgabe 02 — die ersten Optimierungen→
- 02Einrichtungstipp · Licht-Serie Teil 2Farbtemperatur — die richtige Lichtfarbe wählen→
- 03Aus der WerkstattNach dem Zuschnitt — wird gehobelt→
- 04Bei Freunden zu HauseGarderobe & Eingangsbereich — das erste, was Menschen sehen→
- 05StauraumtippWas zeige ich, was verstaue ich?→
- 06PflegetippKratzer & Dellen — der Bügeleisen-Trick→
- 07Mini-Serie · Folge 1Wenn Leidenschaft auf Handwerk trifft→
- 08AusblickWas kommt in Ausgabe 03→
die ersten Optimierungen.
„Lars, warum machst du jetzt ein Magazin?" war die mit Abstand häufigste Frage, die ich in den letzten Wochen gestellt bekommen habe 😄 Aber es gibt eine ganz einfache Antwort: ich liebe es Dinge anders zu machen als die meisten es tun. Und ich liebe es, anderen von meinem Beruf zu erzählen — es lag also schon irgendwie nah, ein Magazin zu machen, in dem ich dir zeigen kann, was wir tun, wie wir es tun und warum wir lieben was wir tun.
Die erste Ausgabe von „Werkstatt & Wohnen" war als DIN-A4-Design angelegt — quasi wie eine klassische Printausgabe. Was ich dabei aber nicht bedacht habe: fast 90 % von euch haben die erste Ausgabe auf dem Handy gelesen. Für dieses Format war das Design leider ziemlich ungünstig. Deswegen habe ich noch mal alles komplett umgestellt und eine mobil-optimierte Version entwickelt, die ihr von allen Geräten aus bequem lesen könnt. Danke also schon an dieser Stelle für euer Feedback! Mit eurer Hilfe wird das Magazin von Ausgabe zu Ausgabe besser — was euch ja auch wieder was bringt, da ihr im Idealfall mehr Freude daran habt, es zu lesen.
Inhaltlich geht es in dieser Ausgabe mit der Lichtserie weiter, ihr bekommt wieder Einblicke aus der Werkstatt — und außerdem startet eine neue Serie, die euch in den nächsten Ausgaben Einblicke gibt, die man normalerweise nicht bekommt: Maxime baut gerade sein Gesellenstück — ein modernes Massivholzmöbel für klassische Schallplatten.
In der Rubrik „Bei Freunden zu Hause" dreht sich diesmal alles um den Eingangsbereich: worauf wir beim Design von Garderoben achten und warum es keine zweite Chance für den ersten Eindruck gibt.
Schnapp dir dein Lieblingsgetränk und sorge für eine Viertelstunde Ruhe — viel Spaß beim Lesen! 😊
Links: 3000 Kelvin · Rechts: 5000 Kelvin
die richtige Lichtfarbe wählen.
In der ersten Ausgabe haben wir besprochen, was das Licht eigentlich beleuchten soll. Heute gehen wir einen Schritt weiter: welche Lichtfarbe passt zu welchem Raum — und warum kann die falsche Wahl das schönste Massivholzmöbel auf einmal alt und flach wirken lassen?
Gemessen wird Farbtemperatur in Kelvin. Je niedriger die Zahl, desto wärmer und gelblicher das Licht. Für Massivholz ist das besonders relevant: Eiche hat einen goldenen Unterton der bei Warmweiß richtig zur Geltung kommt — bei Tageslichtweiß wirkt sie plötzlich grau und leblos.

Die meisten Smartphone-Lampen haben ca. 5000 Kelvin. Halte dein Smartphone-Licht an ein Eichenmöbel und sieh selbst wie kühl und fad es auf einmal wirkt.
wird gehobelt.

Nachdem wir das Rohmaterial zugeschnitten haben, kommt der für Massivholz eigentlich wichtigste Arbeitsschritt im gesamten Prozess: das Abrichten und Hobeln der Kanten und Flächen.
Was damit gemeint ist? Wenn wir Massivholz zuschneiden, ist es durch die Trocknung immer leicht krumm und verzogen. So können wir es aber nicht verarbeiten und zu Platten verleimen — weshalb wir dafür sorgen müssen, dass alle Flächen und Kanten glatt und vor allem rechtwinklig sind.
Dafür nutzen wir in unserer Werkstatt eine kombinierte Maschine, die Kanten und Flächen abrichten und im nächsten Schritt auf die gewünschte Dicke hobeln kann. Wir nehmen uns also jeden Riegel einzeln vor, prüfen wie verzogen er ist und in welche Richtung er krumm ist, entscheiden wie wir ihn am besten auflegen — und richten dann eine Referenzfläche ab.
Arbeitsschritte wie dieser sind der Grund, warum Massivholzmöbel so aufwändig in der Herstellung sind: jedes Stück Holz ist anders, verhält sich ein bisschen anders — und wir müssen für jeden Riegel einzeln schauen. Das ist natürlich zeitaufwändig. Wir nehmen uns diese Zeit gerne — weil jede Minute die man in ein hochwertiges Möbel investiert sich auszahlt. Das Möbel begleitet dich die nächsten 40–50 Jahre.
In der nächsten Ausgabe geht es weiter mit dem Verleimen der Platten — also wie aus den einzelnen Riegeln die Platten werden, aus denen wir später das Möbel bauen.
Das Wort „abrichten" klingt eher nach Hundeschule oder mittelalterlicher Strafe. Tatsächlich kommt es einfach davon, etwas „gerade zu richten", also in die richtige Form zu bringen. Die Maschine die wir dafür nutzen ist ein kombinierter Abricht-Dickenhobel, oder kurz „Abrichte". Brutal im Namen, sanft im Ergebnis: nach dem Arbeitsschritt kann man das erste Mal über das Holz streichen, ohne 3 Splitter im Finger zu haben 😉
das erste, was Menschen sehen.

Miriam und Benjamin hatten lange Zeit ein Problem: einen großzügigen, hellen Eingangsbereich mit einer Nische — aber keine richtige Idee, wie sie ihn perfekt nutzen können. Alle Möbel, die sie gefunden hatten, bedeuteten irgendwo einen Kompromiss — entweder bei den optischen Ansprüchen oder in der Nutzung.
Dazu kommt: mit zwei Kindern muss ein Eingangsbereich anders funktionieren. Er muss praktisch sein, gut gegliedert, robust — und soll dabei trotzdem gut aussehen.
Ich habe Benjamin auf einer Veranstaltung kennengelernt und er erzählte mir von genau diesen Problemen. Ein paar Tage später treffen wir uns bei den beiden zu Hause, besprechen alles und entwickeln gemeinsam den Eingangsbereich, der für ihre Familie funktioniert: ein Schrankmodul für die Nische inklusive Beleuchtung und ein separates Highboard mit angeschlossener Sitzmöglichkeit.
Benjamin hatte vor unserem Termin tatsächlich schon eine grobe Zeichnung angefertigt — wie sie sich die Stauraumbereiche vorstellen. Eine super Grundlage um direkt loszulegen. Nach ein paar kleinen Anpassungen hatten wir relativ schnell die perfekte Kombination aus funktionalem Stauraum und optisch ansprechendem Eingangsbereich.
Die Zweiteilung der Möbel — Nische und freistehendes Highboard — gab den beiden die Möglichkeit, verschiedene Bereiche für Schuhe und Jacken zu schaffen. Außerdem konnten wir das Nischenmöbel dadurch offener gestalten, ohne Kompromisse beim verfügbaren Stauraum einzugehen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: in der offenen Nischenlösung sollte der Saugroboter eigenständig ein- und ausfahren können — und trotzdem sollte man gut und bequem an die dahinterliegenden Wasser- und Staubbehälter kommen. Die Lösung war eine hochgesetzte Tür, unter der der Roboter bequem durchfahren kann, die dahinterliegende Station von vorne aber nicht sichtbar ist.
Zusätzlich haben wir die Sitzbank oben mit einer Klappe versehen, die hinter der mittleren Rückwand versteckt ist — so kommt man im Alltag einfach an die entsprechenden Behälter, ohne dass der offene Eindruck des Eingangsbereichs verloren geht.
Damit die Möbel trotz ihrer Größe nicht zu massiv wirken, wurden sämtliche Fronten in Perlweiß lackiert.
Warum es bei Garderoben so wichtig ist, unterschiedliche Stauraumlösungen zu schaffen — das erklären wir euch in der nächsten Rubrik. Eine Sache könnt ihr euch aber jetzt schon merken: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck — auch nicht bei euch zu Hause. 😉
„Wir waren schon lange auf der Suche nach einer Lösung für unseren Eingangsbereich, hatten in der Vergangenheit aber immer wieder schlechte Erfahrungen mit Handwerkern gemacht — besonders was die Verbindlichkeit bei Terminen anging. Lars machte von Beginn an einen sehr professionellen und vertrauensvollen Eindruck, weshalb wir uns mit der Gestaltung des Eingangsbereichs an ihn gewandt haben — und froh sind, dass wir ihn und sein Team getroffen haben. Alles wurde genau nach unseren Vorstellungen und Wünschen umgesetzt, Aussagen waren verbindlich und die Terminfindung war problemlos. Genau so haben wir uns das vorgestellt."





was verstaue ich?

Der Eingangsbereich scheitert meist nicht am Platz — sondern daran, dass zu viel sichtbar ist. Zwei Prinzipien helfen sofort:
der Bügeleisen-Trick.

Die Sitzbank in der Garderobe ist die am meisten beanspruchte Fläche des Möbels. Ein Knopf an der Jeans, eine Tasche die draufgestellt wird — schon ist eine Druckdelle drin. Gut zu wissen: das ist meist kein Schaden, sondern nur eingedrücktes Holz. Und das lässt sich reparieren.
Das funktioniert weil Massivholz-Fasern zwar eingedrückt werden können, aber mit Wärme und Feuchtigkeit wieder aufquellen. Das ist einer der großen Vorteile von echtem Massivholz gegenüber MDF oder Spanplatte — die kannst du so nicht reparieren.
Dieser Trick funktioniert am besten bei geölten Flächen. Lackierte Flächen kommen in der Regel nicht gleichmäßig wieder hoch. Aber Achtung: egal ob geölt oder lackiert — die Oberflächenbehandlung ist anschließend hinüber und muss erneuert werden. Gerade bei alten Möbeln, die man selber etwas aufhübschen will, aber wo es sich nicht lohnt damit zum Profi zu gehen, ist dieser Trick perfekt.
auf Handwerk trifft.

Maxime ist leidenschaftlicher Musiker — weshalb es nahelag, dass er ein Möbel bauen würde, das dieses Thema aufgreift. Die ursprüngliche Idee war ein Möbel zu entwickeln, auf dem ein Plattenspieler Platz findet und gleichzeitig seine Gitarre präsentiert werden kann. Nach einigen Überlegungen und Designschleifen kam er aber zu dem Entschluss, dass eine Gitarre das Möbel immer mehr verdecken würde als es zur Geltung bringt — weshalb er die Idee des kombinierten Gitarren-Plattenständers wieder verwarf. Eins blieb aber die ganze Zeit: der Plattenspieler — und dass es ein Musik-Möbel bleiben soll.
In den weiteren Entwürfen hat er sich dann auf folgendes Konzept festgelegt: Der Plattenspieler findet unter einer Klappe Platz, die im Alltag einfach zugeklappt und als Ablage genutzt werden kann. Wenn er Musik hört, klappt er die Platte hoch und kann das Cover der aktuellen Platte in den Deckel schieben. Lässt er die Platte auf dem Teller liegen, bleibt das Cover einfach in der Klappe und wird von dieser gehalten.
Da er in seiner Ausbildung den Schwerpunkt der Massivholzverarbeitung gelernt hat, war von Beginn an klar, dass auch das Möbel hauptsächlich aus Massivholz gefertigt werden soll. Entschieden hat er sich für eine Kombination aus amerikanischem Nussbaum — der eine sehr schöne Maserung und eine hochwertige Ausstrahlung hat — und orangefarbenem Valchromat, einem besonderen Plattenwerkstoff, den es in verschiedenen Farben gibt. Der Kontrast beider Materialien wurde bewusst gesetzt und in der Linienführung des Möbels berücksichtigt, damit sich die Bereiche klar voneinander trennen und dennoch im Gesamtbild gut zusammenfunktionieren.
Genauso wie ihr es in den ersten beiden Ausgaben lesen konntet, begann auch bei Maxime alles mit dem Zuschnitt der groben Bohlen und dem anschließenden Abrichten der Riegel. Danach hat er die Riegel zu Platten verleimt — um in der nächsten Ausgabe mit dem eigentlichen Zuschnitt der Bauteile beginnen zu können.
Ich liebe Musik — und da das Gesellenstück etwas ist, was mich mein Leben lang begleitet, war relativ schnell klar, dass das berücksichtigt werden soll. Es ist schon sehr geil, nach der Ausbildung nicht nur in der Lage zu sein Möbel zu bauen, sondern auch ein super persönliches Stück für sich selbst zu planen und zu bauen. Der Moment, in dem man seine eigenen Ideen in die Tat umsetzt und am Abend das Ergebnis sieht, macht einen schon ein bisschen stolz.




als nächstes.
Danke, dass du dabei bist. 😊
In Ausgabe 03 leiten wir endlich den Sommer ein, denn es geht nach draußen ☀️. In „Bei Freunden zu Hause" schauen wir uns ein ganz besonderes Projekt an: für Kunden, für die wir schon mehrere Dinge gebaut haben, haben wir jetzt eine Terrasse inkl. Garten-Sauna aufgebaut.
Passend zur Grillsaison schauen wir uns beim Pflegetipp an, wie dein Massivholztisch durch gesellige Sommerabende kommt — er muss ja einiges aushalten: Fettspritzer, Rotwein und vieles, das hin und hergeschoben wird. Da muss die Pflege einfach passen.
Außerdem geht die Lichtserie in die nächste Runde: wann Spots, wann LED-Band? Und bei Maximes Gesellenstück geht es weiter mit dem Verleimen der Riegel und dem Zuschnitt der eigentlichen Bauteile.
Wenn dir das Magazin gefällt, freue ich mich riesig über eine kurze Weiterempfehlung. Einfach diesen Link teilen — das hilft uns mehr als jede Werbung.
das wir umsetzen sollen?
Schick uns deine Idee — wir erstellen dir zeitnah ein unverbindliches Angebot.
Jetzt Projekt anfragen


Klasse Lars, tolle Einblicke und genau die richtige Länge zum kurzen Lesen.
Den Praxistip mit der Dellenbeseitigung fand ich gut, das probiere ich mal aus.
Es ist spannend zu erfahren wie ihr arbeitet und welche Ideen und Projekte ihr gemacht habt. Da bekommt man Anregungen für sein eigenes Zuhause.
Sehr kurzweilig und angenehm zu lesen! Gefällt mir sehr gut; diese Einblicke und perfekten Möbel lassen mich immer staunen, wie schön und gleichzeitig praktisch es gehen kann.
Sehr gut gemacht Lars ! Das ließt sich echt gut auf dem Handy. Und Inhaltlich wieder richtig gut . Vielen Dank Lars.
Hey, cool, dass du bis hier hin gelesen hast!😊 Diese Ausgabe ist für das Lesen auf mobilen Geräten optimiert aber dadurch ein ganz anderes Design als Ausgabe 1, weshalb ich mich über Feedback und Anregungen freuen würde. Danke für deine Ueit!🙏🏻😊
Lars
Ich freue mich über dein Feedback — was hat dir gefallen, was würdest du dir wünschen?
* Pflichtfeld — deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.